Wie zuverlässig sind Prognosemärkte für die Vorhersage von Ausbrüchen?
Prognosemärkte sind bei Ereignissen mit ausreichendem Handelsvolumen und öffentlicher Datenlage relativ gut kalibriert, weisen aber bei neuartigen Krankheitsausbrüchen bekannte Schwächen auf. Stärken: Sie bündeln unterschiedliche Perspektiven und passen sich rasch an neue Daten an. Grenzen bei Ausbrüchen: (1) Geringe Liquidität in frühen Ausbruchsmärkten — wenige Händler können die Preise erheblich bewegen. (2) Resolution-Risiko — was als 'offizielle Pandemieerklärung' gilt, kann selbst umstritten sein. (3) Informationsasymmetrie — Gesundheitsbehörden verfügen über nicht öffentliche Daten. (4) Reflexivität — sobald Märkte selbst zur Nachricht werden, können sie das beeinflussen, was sie vorhersagen sollen. Der Polymarket-Markt 'Hantavirus-Pandemie 2026' überschreitet derzeit 3,5 Mio. US-Dollar Volumen: ausreichend Liquidität, um einer Manipulation durch Einzelne standzuhalten, gleichwohl volatil und empfindlich gegenüber Aussagen der WHO.